Zwei Jahre Pause vorbei - 27. Auflage des Internationalen Schwimmfests gelingt

Dimitri Colupaev auf dem ISF Bingen

Jugendeuropameister Dimitri Colupaev

09. Oktober 2007 Mit der 27. Ausgabe seines Internationalen Schwimmfests hat sich der SSV Bingen nach zweijähriger Unterbrechung wieder in der großen Veranstalterszene zurück gemeldet. Im Regionalbad Rheinwelle? in Gau-Algesheim, dem Nachfolger zur inzwischen nicht mehr wettkampftauglichen Büdesheimer Schwimmhalle, hatten diesmal in den Starterfeldern der rund 300 Siegbewerber keine ausländische Athleten ihre Visitenkarte abgegeben.

Dass dies der Fall war, lag laut Matthias Müller vor allem an der berüchtigten Pannenreihe in der früheren Austragungsstätte.

"Dadurch baute sich um unser Meeting zunehmend ein Risikohorizont auf, der vor allem die ausländischen Klubs sehr verunsichert hat. Wir wollen aber jetzt unbedingt das Vertrauen zurückgewinnen und freuen uns schon jetzt, auf künftig wieder viele internationale Gäste", sagte der Zweite SSV-Vorsitzende, der diesmal das Meetingmanagement anführte. Nach der sportlich wie technisch und organisatorisch absolut gelungenen Premiere in der "Rheinwelle" hat der Diplom-Medienwirt versichert, dass man die 28. Auflage für 2008 schon fest in der Planung hat.

Dazu gebe es allerdings ein "aber" wegen des Austragungsorts, weil - wie SSV-Vorsitzende Sabine Jung erklärte - das einzige moderne Vorzeigebad in der Region möglicherweise dem SSV nicht zur Verfügung stehen werde. Nach der augenblicklichen Sachlage würde der Klub für die Zweitagesveranstaltung 10.000 Euro Miete an den Betreiber bezahlen müssen, die er aber nicht aufbringen könne.

Die Klub-Chefin appelliert daher nach dem allseits hochgelobten Auftakt an die Sportpolitiker der Region zur weiteren Förderung des rheinland-pfalzweit einzigartigen Serienereignisses auf dem Standort Gau-Algesheim.

Auf der 25-Meter-Bahn der taghellen Top-Wettkampfanlage hatte vor allem der Nachwuchs mit seiner Leistungsoffensive begeistert. Viele hundert neue Bestleistungen prägten die sportliche Bilanz, die im Wertmaß deutlich die des letzten Meetings von 2004 übertraf. Aus Rheinland-Pfalz hatte vor allem die SG EWR Rheinhessen-Mainz die erstklassigen Bedingungen von Gau-Algesheim vier Wochen vor Beginn der Rundenkämpfe um die Deutschen Mannschafts-Meisterschaften (DMS) zu einer umfassenden Formüberprüfung seiner Liga-Kader genutzt. Auch wenn einige seiner Asse - vor allem die erkrankte Johanna Manz und der im Höhentrainingslager weilende Christian Hein - vermisst wurden, war Peter Kropf mit der ersten großen Standortbestimmung in diesem Herbst zufrieden. "Die Leistungen unseres Nachwuchses waren ein besonders Glanzstück. Und die erste Reihe der Hauptklassen war fast besser als erwartet", resümierte der Übungsleiter des Bundesligisten.

Das SG-Team erwies sich auf der 25-Meter-Bahn nicht allein auf Grund der 132 Siegplätze unter den teilnehmenden Klubs als hoch überlegen. Für die Höhepunkte sorgte der nach längerer Wettkampfpause mit 1:02,88 Minuten über 100 Meter Brust auftrumpfende Stefan Fuhrmann und der 17-jährige Junioren-Europameister Dimitri Colupaev mit 51,57 Sekunden über 100 Meter Freistil. Glänzend auch dessen Debüt über 200 Meter Rücken (2:06,92). Die 16-jährige Junioren-EM-Hoffnung Manuel Belzer empfahl sich mit 2:09,37 Minuten über 200 Meter Schmetterling erstmals in dieser Disziplin für den Bundesliga-Auftritt am 3. November in Mainz. Bei den Damen schaffte die auf dem Sprung in die internationale Klasse stehende 15-jährige Nachwuchshoffnung Annika Traxel mit 2:08,26 über 200 Meter Freistil und 2:26,92 über 200 Meter Schmetterling Glanzpunkte. Hervorragend waren noch die 1:07,02 über 100 Meter und 2:22,56 über 200 Meter Rücken der 16-jährigen Aufsteigerin Natascha Muhl. Überdies gingen die drei erzielten südwestdeutschen Altersklassenrekorde sämtlich auf das Konto von SG-Ranglisten-Talenten. Die 14-jährige Milena Puth steigerte sich über 800 Meter auf 9:18,34 und über 1500 Meter Freistil auf 17:46,39. Der ein Jahr jüngere Maximilian Haist ist mit 9:14,03 über 800 Meter Freistil neuer SWSV-Altersklassen-Spitzenreiter.

Der SV Bingerbrück wusste sich mit 22, der 1. SSV Ingelheim mit elf Siegplätzen zu empfehlen. Die Gastgeber-Talentschule hatte zehn "Goldplätze" auf die Habenseite gebracht.

Quelle: Allgemeine Zeitung Bingen und Allgemeine Zeitung Mainz
Veröffentlichung: AQUA 3 | 2007?

Protokoll und Mannschaftswertung des 27. ISF Bingen

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