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AQUA 08 | 1
DMSJ-Vorrunde in Mainz
DMSJ-Vorrunde in Mainz: Was hat das mit Sport zu tun?
MAINZ (17.02.2008) - Am Sonntag, den 17.02.2008 waren alle Jugendmannschaften, der Vereine des Südwestdeutschen Schwimmverbandes (SWSV) nach Mainz in das Schwimmbad des Unigeländes (USC Mainz) angereist. Zu Beginn bekamen alle Mannschaften der SG EWR Rheinhessen? einen Betreuer zugeteilt. An diesen konnten sich die einzelnen Sportler wenden und z.B. fragen, wann sie schwimmen müssen, oder wer überhaupt welche Strecke schwimmen wird. Es war ca. 9 Uhr, als die ersten Schwimmer ins Wasser sprangen, um sich einzuschwimmen.
Das Schwimmbad ist meiner Meinung nach viel zu eng für so viele Sportler (es waren um die 60 Staffelmannschaften gemeldet). Dazu kamen etliche Betreuer pro Verein und viele Eltern und andere Zuschauer. Die Luftqualität in der Schwimmhalle wurde im Laufe des Tages immer schlechter, die Lufttemperatur stieg unangenehm hoch an.
Gegen 10 Uhr sprangen die Jüngsten ins Wasser. Die D-Jugend weiblich begann mit der 4x100-Meter-Freistil-Staffel. Dann folgten alle Staffeln, bis schließlich die A-Jugend männlich fertig war. Daraufhin waren schon wieder die jüngsten Mädchen mit der 4x100-Meter-Brust-Staffel an der Reihe. Als auch alle anderen Mannschaften dies vollbracht hatten, war erst einmal Mittagspause angesagt. Mancher ging sich noch einmal einschwimmen, andere aßen und tranken. Aber auf alle Fälle wurde die Zeit genutzt, um aus der dampfenden Halle zu fliehen. Die ersten Zwischenergebnisse hingen bereits aus: Viele Sportler, vor allem von der SG EWR Rheinhessen, freuten sich über eine Führung, die übrigen hatten die Chance zu gewinnen aber auch noch nicht aufgegeben.
Nach der Pause ging es dann gleich wieder mit vollem Einsatz weiter. Die Jüngsten starteten mit der 4x100-Meter-Rücken-Staffel. Trotz der Erschöpfung im ersten Abschnitt wurden auch die Strecken des 2. Abschnitts größtenteils mit Erfolg gemeistert. Die 4x100-Meter-Schmetterling-Staffel wurden hinter sich gebracht, wobei den Sportlern des Jahrgangs 1997/1998 auch 50-Meter-Schmetterling genügten.
Alle hatten sich so richtig ausgepowert, bis nach einer plötzlichen ungeplanten Pause eine erschreckende, für die meisten enttäuschende Nachricht durchgesagt wurde. Eigentlich sollte die B-Jugend männlich mit der 4x100-Meter-Schmetterling-Staffel beginnen, als mitgeteilt wurde, dass an diesem Tag schon zum zweiten Mal die Herrentoilette völlig verdreckt war und zwar so, dass man sie nicht mehr benutzen konnte. Da ich selber nicht männlich bin, kann ich nicht genau wissen wie es ausgesehen hat. Muss aber wohl ziemlich übel ausgesehen und gerochen haben.
Der Wettkampf wurde nach kurzer Beratung mit Vereinsvertretern und drei Verbandsmitgliedern abgebrochen. Nachdem wir alle entsetzt über die Tatsache waren, dass wir jetzt wahrscheinlich noch nicht einmal in die nächste Runde kommen würden, wobei für viele auch die Hoffnung bestand, sogar in das Bundesfinale zu kommen, packten wir unsere Taschen und versammelten uns vor dem Schwimmbad. Irgendwann kam Jorge Person? und klärte die Situation auf: Es sei wohl eine pädagogische Maßnahme gewesen, dass nie wieder jemand auf die Idee kommen solle, mit Toilettenpapierrollen die Toiletten zu verstopfen. Der Verband hofft, dass diejenigen jetzt ein schlechtes Gewissen haben und etwas daraus gelernt haben, dass sie durch eine unüberlegte Tat einen ganzen Wettkampf zum Abbrechen bringen können. Möglicherweise wird in diesem Bad wohl nie wieder ein Verbandswettkampf stattfinden und dem Ruf des USC Mainz schadet dieser Vorfall nur. Glücklicherweise wussten die Verbandsmitglieder in Absprache mit dem Schwimmverband Rheinland am nächsten Tag, dass sie die bis zu diesem Zeitpunkt geschwommenen Zeiten mit in die Wertung einfließen lassen wollten. Das heißt, dass noch etliche Mannschaften der SG das Landesfinale in Idar-Oberstein erreichten.
Es waren so gut wie alle Sportler und Sportlerinnen, die am 01. und 02.03.2008 wieder an einem Staffelwettkampf teilnehmen durften. In jeder Altersklasse kam mindestens eine Staffel-Mannschaft weiter. So waren, trotz einer ganz bestimmten pädagogischen Maßnahme, die den meisten nicht besonders gefallen hatte, doch noch alle erleichtert. Auch ich war erleichtert, dass meine Mannschaft beim Landesfinale antreten durfte. Staffelwettkämpfe machen einfach tierisch viel Spaß, viel mehr, als immer nur alleine vor sich „hinzudümpeln“. Einsicht und Sportlichkeit sei Dank durften wir zwei Wochen später noch einmal antreten. Der negative Vorfall im Uni-Bad war vollkommen überflüssig. Es war kein dummer Jungenstreich mehr, sondern ist absolut unsportlich. Wer so etwas meint, tun zu müssen, hat auf solch einer Veranstaltung nichts verloren, zumal er allen Sportlern damit geschadet hat.
Zur Entscheidung der Wettkampfleitung möchte ich jedoch auch Kritik anmerken: Gerechter hätte ich es gefunden, wenn
zumindest die Mädchen ihren Wettkampf hätten zu Ende schwimmen dürfen, denn sie hatten nachweislich mit der „Tat“ nichts zu tun. Für die männlichen „Täter“ wäre das wohl eine noch größere Schande gewesen.
Verfasser: Nicola Zimmermann
Veröffentlichung: AQUA 1 | 2008


