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SSV Bingen: Schwimmer sind am Limit angelangt

Vereine haben weniger Platz für Training

SSV bietet vor Ort nur noch Freizeitsport

BINGEN (06.05.2008) - Ob aus bisher drei Wettkampftagen für die Binger Schwimmsportler demnächst fünf werden, wie es der Sportausschuss beschlossen hat, das wird der Aufsichtsrat der "rheinwelle" entscheiden. Der Schwimmsportverein beschreibt den täglichen Kampf ums Wasser.'

"Früher, als wir noch viel Wasserfläche zur Verfügung hatten, da konnten die Kinder noch schwimmen üben, bis sie es konnten", erinnert sich Lothar Schubert, sportlicher Leiter und zugleich Trainer beim SSV und einer Nachwuchsmannschaft der Startgemeinschaft (SG) EWR Rheinhessen. Heute seien die Zeiten begrenzt: Zwölf Stunden bleiben den kleinen Schwimmern, um mit einem Übungsleiter zu lernen, sich über Wasser zu halten. Alle städtischen Schwimmvereine tragen ein enges Korsett, erklärt Schubert. Seit nämlich das Büdesheimer Hallenbad geschlossen hat, müssen sich viele Schwimmer wenig Wasser teilen: "Wir haben die Hälfte der Wasserzeit und -fläche verloren. Gerade im aktiven Bereich haben wir dadurch ziemlich eingebüßt", schildert Schubert die Situation des SSV. Viele Schimmer hätten dem Verein den Rücken gekehrt.

Die erste Mannschaft könne nur noch dreimal pro Woche trainieren: "Das ist zu wenig und entspricht nicht den Wettkampfbedingungen", steht für Schubert fest. Leistungsschwimmen beginne bei fünfmaligem Training, ideal sei es, elfmal Wasserkontakt zu haben. In der "rheinwelle" müssen die SSV-Schwimmer nachmittags ins Wasser - für Schüler kaum zu schaffen. Eine ebenso große Belastung bedeute es für das Gros, aus Bingen oder gar aus dem Hunsrück nach Mainz-Mombach oder Budenheim zu fahren, wo Aktive des SSV die Möglichkeit haben, zusätzlich zu trainieren. Ganz klar: "Schöner wäre ein Bad um die Ecke", sagt Sandrine von Krosigk, Schriftführerin des SSV.

Idealerweise gewöhnten sich Mädchen ab neun und Jungs ab elf Jahren daran, vier bis fünf mal pro Woche zu trainieren. Momentan für den SSV illusorisch. Von 14 Kindern in dieser Altersklasse nehme gerade ein Mädchen das Leistungstraining auf und lasse sich regelmäßig nach Mainz fahren. "Wenn man als Verein nur dreimal pro Woche Training anbietet, dann ist das eben nur noch Freizeitsport", lässt Schubert keinen Zweifel daran, dass dieses Pensum für den Einstieg in Ordnung sei. Nicht genug aber für den Wettkampfsport.

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Trotzdem hat der SSV Erfolge vorzuweisen: In sechs Wettkampf-Mannschaften der SG EWR Rheinhessen waren SSV-Schwimmer dabei. Eine eigene Mannschaft hätte der Verein nicht stellen können. Es gibt Tage, da hat der Verein zeitweise nur eine Bahn der "rheinwelle". "Wenn man eine Gruppe aufbauen will, ist eine Bahn so gut wie nichts", kommentiert Schubert die Situation. Alle Schwimmvereine seien am Limit angelangt, müssten sich mit der vorhandenen Wasserfläche arrangieren.

Um das zweitägige Internationale Schwimmfest auszurichten, verzichtet der SSV dieses Jahr auf die "rheinwelle" und weicht ins Mainzer Taubertsbergbad aus. Denn drei Vereine müssen sich in Gau-Algesheim bislang fünf Wettkampftage teilen. "Ich mache keinem Vorwürfe, denn es ist klar, dass alle schwimmen wollen", sagt Schubert, für den die "rheinwelle" ein "hervorragender Standort" sei, nur eben "zu klein". Trotzdem: "Wer möchte und Leistung mitbringt, dem bieten wir Möglichkeiten", unterstreicht Schubert, "wenn auch nur bedingt vor Ort."



Quelle: AZ Bingen-Ingelheim 06.05.2008
Veröffentlichung: AQUA 1 | 2008