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AQUA 08 | 2
Olympia im Zeitraffer
Olympia im Zeitraffer
PEKING (August 2008) - Mit 16 Gold-, zehn Silber- und 15 Bronzemedaillen belegen die Deutschen Rang fünf des Medaillenspiegels, hinter China, den USA, Russland und Großbritannien.
In Athen hatte man noch 49 Medaillen gewonnen, die 41 von Peking sind also sehr wohl eine Fortsetzung des seit 1992 anhaltenden Abwärtstrends. In Athen waren es allerdings nur 13 Goldene, und nach denen wird die Medaillenwertung geordnet. DOSB-Sportdirektor Schwank sprach von "einer Verbesserung der Siegleistungen, sprich: Goldmedaillen", und fügte an: "Lieber 16 Goldene und dafür insgesamt ein paar weniger, denn das zählt am Ende." Der Trend, dass die Silber- und Bronzemedaillen an Ansehen verlieren - beispielhaft vorgeführt vom chinesischen Team - hat also auch die deutsche Mannschaft erreicht. Umso mehr freuen wir uns in dieser Ausgabe auch über die kleinen Geschichten, die Olympia die Emotionen bescheren.


Vier deutsche Siege - und viele Enttäuschungen
In drei Ballsportarten gelangen erste Siege bei Olympia. Ansonsten war es kein guter Auftakt für die Deutschen: Stefan Schumacher stieg vom Rad, Sonja Pfeilschifter schoss vorbei. China holte zweimal Gold. Stephanie Pohl (li.) und Okka Rau haben zum Auftakt des olympischen Beachvolleyball-Turniers für den ersten deutschen Sieg gesorgt.


Die deutsche Schwimmkrise wird zum Debakel
Das deutsche Schwimmteam scheint völlig außer Form: Helge Meeuw (re.), Thomas Rupprath (li.) und Sarah Poewe blieben schon in ihren Vorläufen hängen. Die peinliche Vorstellung der deutschen Schwimmer in Peking hat sich am Sonntagabend mit dem Vorlauf-Aus von Meeuw und Poewe fort gesetzt. Damit hat sich die Krise im Deutschen Schwimm-Verband (DSV) vier Jahre nach dem Fiasko von Athen bereits am zweiten Wettkampftag zugespitzt.


Deutsche Schwimmer blamieren sich immer mehr
Andere setzen Weltrekorde, die Deutschen schwimmen hinterher. Die Zweite der Weltmeisterschaft 2007, Annika Lurz (Foto), ist in Peking über 200 Meter Freistil im Vorlauf gescheitert. Mit einer indiskutablen Zeit von 1:59,98 Minuten war sie rund zwei Sekunden langsamer als im Frühjahr bei der deutschen Meisterschaft und verpasste als 22. das Halbfinale der besten 16 Schwimmerinnen. Niederlagen gab es auch für die Beachvolleyball und Handballteams. Richtig gut lief es dagegen im Tennis und Badminton.


Vier Mal Gold am vierten Tag
Alexander Grimm (Foto) hat das erste deutsche Gold der Olympischen Spiele in Peking im Shunyi Park gewonnen. Der 21 Jahre alte Augsburger siegte im Einerkajak-Wettbewerb der Slalomkanuten. Nach Grimm und Judoka Ole Bischof haben die deutschen Vielseitigkeitsreiter gleich zwei Goldmedaillen gewonnen. Doch es gab auch einige Enttäuschungen
in Peking. Die deutschen Handballer haben ihr zweites Spiel verloren und einen großen Schritt Richtung Viertelfinale verpasst. Gegen den WM-Achten Island mussten sie sich geschlagen geben.


Zwei goldene und eine Bronzemedaille: touché
Bronze für die gebürtige Mongolin Munkhbayar Dorjsuren im Sportschießen, Gold für Benjamin Kleibrink und Britta Heidemann im Fechten. Nicolas Kiefer und Marcel Hacker schieden aus. Britta Steffen schwamm ins Halbfinale, die Freistilstaffel war zu langsam. Die Deutschen Meister im Wasserspringen aus Aachen, Sascha Klein und Pavlo Rozenberg
(Foto), verpassten in der Synchron-Enscheidung vom 3-m-Brett die Medaille und mussten sich mit dem sechsten Rang zufriedengeben.


Zwei goldene und eine Bronzemedaille: touché
Die Hockey-Damen und die Handball-Männer haben wichtige Siege gefeiert. Im Volleyball gab es sogar einen historischen Erfolg. Die Schwimmer blieben sich treu. Venus und Serena Williams sind beim olympischen Tennisturnier im Viertelfinale ausgeschieden. Zur Freude der Gastgeber der Olympischen Spiele in Peking verlor Wimbledonsiegerin
Venus Williams (Bild) am Donnerstag gegen die Chinesin Na Li.


Auf Sand gebaut - ins Wasser gefallen
Deutschlands Kanuten sind gekentert, zwei Beachpaare sind raus und die Sprintreiter räumten die Stangen ab. Doch es gab auch Männer mit goldenen Helmen und einen deutschen „Goldfisch“. Beim Pokerspiel vor dem großen Finale haben sich die drei Gold-Favoriten über 100 Meter nur ansatzweise in die Karten schauen lassen. Weltrekordler Usain
Bolt aus Jamaika (Foto) hinterließ beim Warmlaufen am ersten Tag der olympischen Leichtathletik-Wettbewerbe mit 9,92 Sekunden allerdings den besten Eindruck.


Vier deutsche Medaillen und ein Dopingfall
Zwei deutsche Schützen, zwei Ruderinnen und ein Radfahrer jubeln - im Gegensatz zu den Basketballspielern. Für sie ist das Olympia-Turnier nach der Vorrunde beendet. Die deutsche Tischtennis-Mannschaft steht im Finale, und Roger Federer ist Olympiasieger. Die Griechin Fani Halkia, Titelverteidigerin über 400 Meter Hürden, ist positiv auf Steroide getestet worden. Leicht und locker hat Usain Bolt (Foto) in unglaublichen 9,69 Sekunden die Sportfans weltweit in Staunen versetzt. Schon nach 90 Metern nahm der Held des Abends den Schnellgang heraus, drehte sich
halb zur düpierten Konkurrenz um und tänzelte mit ausgebreiteten Armen ins Ziel.


Zwei deutsche Medaillen - Jamaika rennt davon
Jamaika holt alle Medaillen im Sprint. Einen Tag nach dem Fabelsieg von Usain Bolt haben Jamaikas Sprinterinnen (Foto) bei den Olympischen Spielen in Peking im 100-Meter-Finale der Frauen sogar einen Dreifach-Erfolg gefeiert. „Turn-Oma“ Oksana Chusovitina springt zu Silber. Die Segel-Brüder Peckolt holen Bronze - mindestens. Fabian Hambüchen wird Vierter, und Dirk Nowitzki denkt an eine Auszeit.


Schwarzer Montag für deutsche Mannschaften
Die Fußballfrauen verloren gegen Brasilien - und kämpfen nun um Bronze. Volley-, Wasser- und Handballmänner haben gar die Medaillenrunden verpasst. Die deutschen Tischtennis-Männer haben bei den Olympischen Spielen in Peking gegen Topfavorit China die Sensation im Teamwettbewerb verpasst und Silber gewonnen. Timo Boll, Dimitrij Ovtcharov
und Christian Süß verloren das Finale gegen die Gastgeber klar mit 0:3.


Zweimal Gold - Dressur-Silber und -Bronze - Hambüchen Dritter
Doppeltes Gold für Deutschland: Triathlet Jan Frodeno (Foto) und Gewichtheber Matthias Steiner siegten. Der für Chemnitz startende gebürtige Österreicher Steiner bewältigte in Peking 461 Kilogramm im Zweikampf und verwies Vizeweltmeister Jewgeni Tschigischew aus Russland (460) auf Platz zwei. In der Dressur holte Isabell Werth Silber, Heike Kemmer folgte mit Bronze. Ebenfalls Dritter wurde Fabian Hambüchen am Reck. Überraschungssieg im olympischen Triathlon.


Weltrekord für Bolt - Heidler und Gülec schwach
Usain Bolt lief auch über 200 Meter Weltrekord. Betty Heidler warf den Hammer ins Netz, Sümeyye Gülec verlor gleich den ersten Kampf, und Angela Maurer von der SG EWR Rheinhessen-Mainz (Foto) belegte mit einer knappen Sekunde Rückstand (1:59:31,9) auf Bronze den vierten Platz.


Am Bronze-Tag scheitern Boll und die Beerbaums
Christina Obergföll (Foto) warf, Thomas Lurz schwamm und Lira Bajramaj kickte Deutschland zu Bronze. „Bei Olympia kann man nur von gewonnen reden, wenn man eine Medaille holt”, sagte der 28 Jahre alte Lurz bei der Olympia-Premiere der Langstreckenschwimmer. Die Hockeyherren haben sogar Silber sicher. Die Tischtennisspieler sind dagegen
raus aus dem Turnier. Meredith Michaels-Beerbaum und Ludger Beerbaum haben die Medaille im Springreiten knapp verpasst.


Drittes Gold mit drittem Weltrekord für Bolt
Nach den Siegen auf der Kanustrecke und dem Triumph von Lena Schöneborn hat das deutsche Olympiateam das Gold-Ergebnis von Athen übertroffen. Supersprinter Usain Bolt hat mit der 4x100-Meter-Staffel Jamaikas
seine dritte Goldmedaille mit Weltrekord gewonnen. Nesta Carter, Michael Frater, Bolt (re.) und Schlussläufer Asafa Powell (li.) setzten sich in 37,10 Sekunden deutlich vor Trinidad und Tobago.


Zwei goldene Schlusspunkte für deutsche Sportler
Vor dem Triumph im Hockey fuhr Sabine Spitz (Foto) zu Gold - auf dem Mountainbike. Sie dürften neben den Medaillen im Kanu die letzten für deutsche Athleten in Peking gewesen sein. Ein Gewichtheber wurde des Dopings überführt. Die deutschen Hockeyherren sind Olympiasieger. Im Finale der Spiele von Peking gewann die Mannschaft durch einen 1:0 (1:0)-Sieg gegen Spanien die Goldmedaille. Für den Deutschen Hockey-Bund (DHB) war es nach 1972 und 1992 der dritte Olympiasieg eines Herrenteams.


Wansiru macht Kenia glücklich, Amerikaner siegen im Volleyball
Samuel Wansiru war der Schnellste auf den Straßen Pekings: Der Kenianer gewann den Marathon der Männer. Nach der Tragödie um die Schwiegereltern seines Trainers gewann das amerikanische Volleyballteam Gold. Die Mannschaft von Trainer Hugh Mc Cutcheon (Foto), dessen Schwiegervater nach einer Messerattacke in Peking starb und dessen Schwiegermutter dabei schwer verletzt wurde, schlug in einem hochklassigen Finale die Olympiasieger von Athen, Brasilien mit 3:1.
siehe auch
Dossier Olympische Spiele Peking
Verfasser: Matthias Müller
Veröffentlichung: AQUA 2 | 2008

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