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AQUA 08 | 2
Pastor holt sich DM-Titel
Deutschen Freiwasser-Meisterschaften: Pastor holt sich DM-Titel
PRIEN (22.07.2008) - Die alte Deutsche Meisterin im Feiwasserschwimmen auf der 10 km Strecke ist auch die neue: Zum Auftakt der Titelkämpfe im 19,4 Grad warmen Chiemseewasser von Prien gewann Nadine Pastor von der SG EWR Rheinhessen am Freitag die Frauen-Konkurrenz auf der neuen olympischen Distanz in 2:03:14,52 Stunden.
Die 24-jährige Sportstudentin ließ dank einer überragenden taktischen Leistung unter anderem die klar favorisierte Rostockerin Britta Kamrau-Corestin (2:03,24,74) hinter sich. Die frühere Weltmeisterin musste im Duell um Rang zwei auch der Wiesbadenerin Cathleen Rund (2:03:17:02) den Vortritt lassen. Annika Traxel (Platz fünf), Christina Krienke (sechs) und Mascha Traxel (zehn) machten den tollen DM-Auftakt der SG EWR perfekt. "Das ist absolut super für uns", freute sich SG-Sprecher Steffen Grummt.
Am zweiten und dritten Tag standen die Deutschen Freiwasser-Meisterschaften von Prien ganz im Zeichen der Entscheidungen auf der 5-km-Distanz. In den beiden Hauptklassen, die auf dem 1250 Meter Rundkurs im Chiemsee erstmals als so genanntes Verfolgungsrennen gestartet worden sind, konnte Christan Hein die Hoffnungen auf einen Medaillenrang und die EM-Qualifikation nicht erfüllen. Der 25-Jährige der SG EWR Rheinhessen-Mainz, der nach der gescheiterten Olympia-Quali seit Anfang Mai nicht mehr voll trainiert, trat in Prien nicht in Bestform an. Die Folge war, dass er in der von Thomas Lurz aus Würzburg mit der Weltklasseleistung von 54:19,90 Minuten angeführten Entscheidung sich mit 57:14,14 und Rang vier abfinden musste.
Die anschließend vorgesehene Entscheidung der Damen wurde wegen Sturm- und Gewitterwarnung zunächst verschoben. Nach dem dann erfolgten Start musste das Rennen nach der ersten Runde abgebrochen werden. Da die Wettkampfleitung keine Möglichkeit für eine Neuansetzung sah, wertete sie die beim Abbruch festgestellte Rangfolge als Meisterschaft. Da Nadine Pastor in 15:01,08 das Feld angeführt hatte, wurde sie zur Siegerin erklärt. Die 24-jährige Pastor qualifizierte sich nach ihrem Triumph über 10 km zum zweiten Mal für die EM.
Zu empfehlen wusste sich erneut der SG-Nachwuchs. So holte Annika Traxel in 1:03:02,18 Stunden wie im Vorjahr den Titel im Jahrgang 1992. Zugleich gewann auch die Wertung für die Junioren-EM-Klasse. Ihre Schwester Mascha komplettierte mit Rang eins im Jahrgang 90 (1:03:59,37) den "Familienerfolg". Bei den Jugend-Wettkämpfen gab der 14-jährige Maximilian Haist (1:05,10,68) mit Rang zwei ein erfolgreiches DM-Debüt.
Bei den Masters überraschte Susanne Christ in der AK 20 in 1:13:43,40 auf Rang vier. Die Deutschen Freiwasser-Meisterschaften gingen mit den Entscheidungen über 25 km zu Ende. Das Rennen auf dem 1250-Meter-Rundkurs im Chiemsee wurde bei 18,8 Grad Celsius kaltem Wasser fast zu einer reinen "Ausfall-Veranstaltung". Zu den vielen Athleten, die auf der längsten Wettkampfstrecke der Titelkämpfe bei den außergewöhnlichen Bedingungen unterwegs aussteigen mussten, gehörte auch Christina Krienke. Die 22-jährige Vorjahrsmeisterin von der SG EWR Rheinhessen-Mainz hatte bis etwa drei Kilometer vor dem Ziel in einer dreiköpfigen Spitzengruppe das Tempo ständig mitbestimmt, bis sie wegen Unterkühlung aufgeben musste. Kurz darauf wurde das Rennen nach 23,75 km wegen eines Gewitters abgebrochen. Zu diesem Zeitpunkt waren nur noch zwei Frauen im Wasser. So wurde die führende Wiesbadenerin Cathleen Rund mit einer Zeit von 5:16:07,62 Stunden zur Siegerin erklärt. Zweite wurde Britta Kamrau-Corestein (Rostock).
Auch bei den Herren beendeten nur zwei Starter das Rennen. Es gewann Christof Wandratsch (Burghausen) in 5:15:50,14 Stunden vor Till Richter (Erlangen). Das jähe Ende der Erfolgsjagd war für Krienke sehr enttäuschend, zumal sie sich in einer guten Position für eine erfolgreiche Titelverteidigung und die Qualifikation für die im September
stattfindende Europameisterschaften sah. So wirkte denn auch ihr am ersten Wettkampftag über 10 km erkämpfter sechster Platz kaum als Trostpflaster. "Ich bin sehr traurig, dass die DM für Christina nicht mit einem Erfolg zu Ende gegangen ist", zeigte sich der SG-Sprecher Steffen Grummt mitfühlend. Dennoch kann sich die Schlussbilanz der SG bei der höchsten nationalen Bewährungsprobe mit fünf Titeln, einem Silberrang und zehn Plazierungen sehen lassen. "Mit unserer zweifachen Meisterin Nadine Pastor und den im Nachwuchsbereich auftrumpfenden Startern haben wir unsere gute Position unter den DSV-Vereinen behauptet", resümierte Grummt.
Verfasser: Matthias Müller nach AZ Mainz 19.07, 22.07.2008
Veröffentlichung: AQUA 2 | 2008