Schwimmsport Psychologie des Schwimmsports


Bereits beim Waschen, Baden und Duschen entscheidet sich die positive oder negative Einstellung eines Kindes zum Wasser. Die Angst kann hier durch Fehlverhalten der Elternbereits erzeugt werden. Doch selbst Personen, die "Schwimmen können", geraten in Angst und Panik, wenn sie in unbekannte Situationen geraten. Ein paar Wasserspritzer ins Gesicht oder ein Verschlucken können auslösende Faktoren sein. Es ist deshalb wichtig, das Untertauchen des Kopfes, das Ausatmen unter Wasser sowie das Orientieren unter Wasser zu lernen. Nur Sicherheit im Wasser verhindert Angst und Panik!

Selbst Krämpfe in den Beinen dürfen nicht zu Fehlreaktionen führen. Ein Krampf im Unterschenkel lässt sich leicht durch Strecken des Beines und gleichzeitigem extremen Anziehen der Fußspitze lösen. Den Oberschenkelkrampf beseitigt man durch starkes Anziehen der Unterschenkel. Legt man sich bei Krämpfen auf den Rücken, bleiben die Atemwege frei. Das Leistungsschwimmen zählt zu den trainingsintensivsten Sportarten überhaupt. Je mehr sich ein Schwimmer dem Höchstleistungsbereich nähert, desto größer wird die psychische Belastung. Deshalb kommt das Durchhaltevermögen im täglichen Training eines Schwimmers einem Sieg über sich selbst gleich. Nur dieses schafft Selbstvertrauen und Überzeugtsein von der eigenen Leistungsfähigkeit im Wettkampf.

Das oberflächliche "Zur-Schau-Stellen" eigener Selbstsicherheit erlaubt keine solide Wettkampfleistung. Schwankender Trainingseinsatz führt zur Verunsicherung, zu letztlich stark wechselhaften Wettkampfergebnissen. Das abwechslungsreiche Training ist deshalb ein entscheidender Faktor zur Steigerung der Leistungsbereitschaft. Auch die Beeinflussung durch die Umwelt wirkt sich stark aus.

Psychologie des Schwimmens

Fortlaufender Druck zu immer neuen Leistungssteigerungen, ausbleibendes Lob - auch bei nicht so erfreulichen Leistungen - , fehlende Anerkennung in Wort und Gesten, ausbleibende Wettkampfleistungen durch überhöhte Zielsetzungen und vieles mehr können zur Lustlosigkeit führen. Auch Neid und Missgunst über erbrachte Leistungen des Gegners oder eigener Mannschaftskameraden wirken wenig stimulierend auf die eigene Leistung. Das Fairplay, die Anerkennung der gegnerischen Leistung sollte nicht nur motivierend sein - die richtige Einstellung zum Sport lässt sich hier erlernen und demonstrieren. Im Idealfall betreibt der Schwimmer aus eigenem Willen heraus den Sport beziehungsweise Leistungssport. Zwar gehört zur Motivation auch die Belohnung, doch leicht kann sie maßlos werden, wenn sie nur anspornend wirkt. Langfristig gesehen sind diejenigen Aktiven die Erfolgreichen, denen die Bestätigung im Sport aus eigenem Interesse und inneren Anspornwichtig ist, gepaart mit einem realistischen Maß an Selbsteinschätzung.

Das Schwimmen erscheint auf den ersten Blick als Einzelsportart. Doch die Vielzahl der Mannschaftswettkämpfe macht es fast zu einer Mannschaftssportart. Die hohen Trainingsanforderungen können nur in der Gruppe erbracht werden. Einzeltraining führt häufig zur frühzeitigen psychischen Aufgabe. Im Gruppentraining kommt es zu einer gegenseitigen positiven Beeinflussung. Auftretende Konflikte in der Gruppe sollten durch eine offene, klärende Aussprache gelöst werden. Ist es für einen Trainer nicht möglich, alle Schwimmer im Training zu beobachten und zu korrigieren, kann sich eine gegenseitige Beobachtung positiv auswirken. Der Aktive übernimmt so in gewissem Maße Trainerfunktionen. Der Erfolg liegt dann nicht nur in der interessanten Trainerarbeit für den Sportler, sondern zudem in dem Bewusstwerden der Technik der Schwimmbewegungen und des Trainingsprozesses. Ist ein guter Schwimmer einmal wenig motiviert, sollte man ihn in der Gruppe nicht als ersten schwimmen lassen, sondern an zweiter oder dritter Stelle. Er wird von seinem Vordermann mitgezogen (im Sog Schwimmen = Aquaschatten), das Training dadurch ein wenig erleichtert. Daraus ergibt sich, dass auch Leistungsschwächere im Training beim Aquaschatten unbewusst intensiv trainieren können. Momentan leistungsschwächere Schwimmer sollten nicht vom Training ausgeschlossen werden, denn sie können sich später entwickeln. Vielleicht sind sie gute Stimmungsmacher, die die anderen im Training oder im Wettkampf durch die Art des Auftretens mitreißen.

Ziele müssen erreichbar sein.

Leider kommt es häufig genug vor, dass im Kinder- und Jugendbereich überhöhte Erwartungen seitens des Sportlers, des Trainers und in nicht unbeträchtlichem Maße der Familie zu Fehlleistungen führen. Erfolge sind nicht nur Siege. Ein Erfolg kann schon sein, in einem Delfinwettkampf immer genau mit der richtigen Armstreckung an die Wende zu kommen, Doppelzug geschwommen oder überhaupt zum ersten Mal eine Wettkampfstrecke bewältigt zu haben. Das Ziel ist also immer relativ - es sollte hoch gesetzt sein, doch erreichbar muss es immer bleiben, unabhängig davon, ob es vom Sportler selbst oder von jemand anderem gesetzt ist. Dieses Verständnis zu entwickeln, ist für alle Beteiligten oft sehr schwer.